IAA Messegesang Wellbappn

Die IAA hat wahnsinnig viel für Klima- und Umweltschutz getan und trotzdem greifen notorische Autohasser sie an!
Wir bedanken und bei H. Müller (IAA-Chefin), der Regierung und vor allem der Deutschen Autoindustrie für die Rettung unseres Planeten!
Ergriffen singen wir die Automesse.

(Aufgenommen vom Bayerischen Rundfunk beim Lieder auf Banz Festival 2019)

Söder Passion

Nachösterliches und vorpfingstliches Passionslied aus unserem Passionslieder – Zyklus. Vorsicht, sehr tragisch, nur mit Taschentuch im weißblauen Rautenmuster anzuhören!

Die CSU und ihre Amigo-Mutanten

Seit Jahrzehnten pflegt man in der CSU das Brauchtum des Handaufhaltens. Wo hat Söder bloß hingeschaut?

So mancher Bayer reibt sich derzeit die Augen und fühlt sich um Jahrzehnte zurückgebeamt in alte Amigo Zeiten. Denn wie jede politische Korruptions-affaire in Bayern hat auch die jüngste wieder zuverlässig mit der Staatspartei zu tun. Deren DNA findet sich nach wie vor bestens aufgeschlüsselt in H. Riehl Heyses Werk „Die CSU, die Partei, die das schöne Bayern erfand“, bei dessen Buchvorstellung der Autor dieses Artikels nach einem Kurzauftritt vom damaligen CSU Generalsekretär Otto Wiesheu entgeistert gefragt wurde: „Ihr singts doch bayrisch, warum seids ihr dann net bei der CSU?“ Ja, warum eigentlich nicht? Ein Erklärungsversuch.

Nachdem F.J.Strauß, kurz FJS genannt, die von J.Müller vulgo Oxensepp 1946 gegründete CSU ab 1961 übernahm, stieg sie schnell zur Bayerischen Staatspartei auf und besetzte für Jahrzehnte die absolute Mehrheit. Strauß strahlt bis heute als Übervater, Vorbild und Heiliger, auch für M. Söder. Doch wie´s bei Heiligen halt so ist, steckt hinterm Votivtaferl manches Scheinheilige. Unter FJS breitete sich eine Spezlwirtschaft aus, die man bis dahin nur aus Süditalien kannte. Schon bei der Beschaffung des Starfighters – wegen hoher Absturzzahlen „Witwenflieger“ genannt – munkelte man von Geldflüssen der Firma Lockheed an FJS. Bei der Fibag Affaire schusterte FJS seinem Spezl H. Kapfinger einen Auftrag für 5300 US Army Bauten zu. Und kaum war dieser Fall nicht geklärt, tauchte schon die causa vom Bäderkönig, Steuerhinterzieher und Strauß Spezl E. Zwick auf, dem Finanzminister G.Tandler 62 von 70 Millionen Steuerschuld nachließ. Tandler war Kreditnehmer bei Zwick!

Mysteriös, die Geschichte von der Festplatte aus dem Hause Strauß

Bei Geschäftln zwischen Airbus Aufsichtsratchef Strauß und dem Waffenhändler K.H. Schreiber, der auf das Empfängerkonto Maxwell 5 Millionen an eine Schweizer Bank überwiesen hatte, weigerte sich Straußsohn Max zäh, dieser Max zu sein. Seine Unschuld bewies unter anderem ein auf mysteriöse Weise von Schwester Monika´s Computer auf die Festplatte von Max´s Computer übersprungenes Virus. Die zerstörte Festplatte verschwand dann auf noch mysteriösere Art für immer im Bayerischen Justizministerium. FJS profitierte von der CSU, sie von ihm. Gewissenhafte Finanzbeamte wie CSU Mitglied W. Schlötterer schickanierte die Partei, gewissenlose Politiker mästete sie mit hoch dotierten Vorstands Posten. Bald war die CSU in alle Gesellschaftsbereiche Bayerns eingesickert, sie hatte sich des Landes und Staates bemächtigt. Jeder Kaninchenzuchtverein gehörte zu ihr, der BR war CSU Sender. Bayern war CSU. Wer gegen sie war, landete auf dem Abstellgleis. Das Volk spottete, jeder Sack Kartoffel würde in den Landtag gewählt, wenn CSU darauf steht. Auch die Justiz war okkupiert. Einen Augsburger Staatsanwalt, der sich zu erfolgreich mit dem Maxwell Konto beschäftigte, zitierte der Generalstaatsanwalt nach München, rüffelte ihn ungeniert, er solle seine Nase nicht in Dinge stecken, die ihn nichts angehen!

Stoiber gestand vorauseilend und verzieh sich selber

Hohe Richterposten wurden mit CSU-nahen Juristen besetzt. Die Gewaltenteilung war teils ausgehebelt. Es herrschte Bayerische Gerechtigkeit! Roman Deininger schreibt im Buch `die CSU, Bildnis einer speziellen Partei`: „Es war eine Zeit, in der Politik noch ohne allzu große juristische oder ethische Skrupel betrieben wurde.“ In unserer Kammerspielrevue „Diridari“ gingen wir davon aus, dass Strauß das Land Bayern führt, als wäre es seine Firma. Wie oft dachte der Autor des Artikels, wenn er sich mit H.C. Müller und G. Polt für eine Revue anhand `Informeller Mitarbeiter` wie H. Riehl Heyse, Michael Stiller oder Martin Runge eine `gesicherte Ahnung` über akute CSU Skandale verschaffte: jetz langts aber. Von wegen! Spezlwirtschaft galt im Schwarzen Bayern als Qualifikation eines Spitzenpolitikers – so lang er sich nicht erwischen ließ. „A Hund is a scho“, hieß es anerkennend über Strauß. Die Affären gingen auch nach dessen Tod nahtlos weiter. Sein Nachfolger Max Streibl wurde 1993 wegen Gratis-Urlauben auf Haziendas des Flugzeugunternehmers Grob abgeschossen – vom Parteifreund Edmund Stoiber. Stoiber selbst gestand vorauseilend Gratis- MBB Urlaubsflüge, BMW und Audi Fahrten, gerierte sich als Aufklärer und Erfinder einer neuen, sauberen CSU und verzieh sich selber. Inzwischen hatte sich mit dem Wandel vom Bauern- zum Industrieland die Gesellschaft verändert. Das g`wamperte Selbstbewußsein der Strauß CSU schrumpfte mit den Wahlprozenten. Doch bei allem Wandel fühlten sich etliche Abgeordneten trotzdem weiter alten CSU Werten verpflichtet. Gelegenheit zur Brauchtumspflege alter Amigo Traditionen bot sich mit der Beschäftigung von Verwandten, was aber nur dem Schüttl Schorsch zum Verhängnis wurde. B. Sibler, der auch hingelangt hatte, qualifizierte sich damit als Kulturminister im Söder-Kabinett. Und bald nach dem Kassieren per Verwandte folgte die nächste Mutante. Dass man seit FJS Zeiten nicht verlernt hatte, wie Seilschaften funktionieren, zeigte sich, als Jens Spahn bei der Maskenbeschaffung wundersame Hülf aus Altötting erlangte. Andrea Tandler und Monika Hohlmeier, beides keine Pfarrers-, sondern höhere Töchter aus Familien mit bester Spezl Tradition, erkannten ihre Chance. Monika öffnete der Masken-Tandlerin Andrea die Türen zum „lieben Jens“. Stückpreis einer Emix Maske: 9,90€ ! Seehofer´s Innenstaatssekretärs Stefan Maier aus Altötting fragte dringlich in Ämtern und Behörden nach, ob schon bestellt sei. In der Schweiz laufen inzwischen Ermittlungen gegen Emix wegen Verdachts auf Wucher.

Dem Volk dienen oder am Volk verdienen?

Auch CDU/CSU Fraktionsvize G. Nüßlein und CSU Urgestein A. Sauter rafften via Karibik- Liechtenstein Millionenbeträge. Und gerade offenbaren sich 10 Mille Hauptverdienst des MdB P.Gauweiler vom rechten Europagegner A. Fink; dagegen wirken die 900.000€ von P. Ramsauer wie Peanuts. Bei Abgeordneten, die wie A. Sauter offen mit dem Abgeordnetenjob als Nebenverdienst prahlen, fragt man sich schon, ob diese Herren dem Volk dienen oder am Volk verdienen. Da hilft kein Ehrencodex, der derzeit fatal an eine Mafiaterminologie erinnert. Söder der Erneuerer weiß, dass etwas geschehen muss, bevor was geschieht. Also präsentiert er eine Tafel mit 10 Geboten Das 1. Gebot lautet: du solltst deinem Abgeordneten vertraun – und unter 100.000 € Nebenverdienst nicht genauer hinschaun. Er tut, als wäre er Opfer, als seien die Nüßleins, Sauters, Zechs in einer ganz anderen Partei gewesen. Doch die neue CSU bleibt mit ihm die alte. Er muss schon sehr konzentriert weggeschaut haben, um nichts zu sehen. Jetzt verkauft er Transparenz und Lobbyregister, die er lange verhindert hatte, dreist als CSU Idee. Das System CSU hat viele Skandale verdaut. Doch diese Mutante hat zu Coronazeiten das Potential, die Demokratie massiv zu schädigen. Sie päppelt die schwächelnde AfD auf. Söder wirkt wie ein Feuerwehrler, die kommt, wenn´s lichterloh brennt und dann dem Hausbesitzer von Brandschutzvorkehrungen vorschwärmt, die er selber verhindert hat.

Wir hoffen Ihr habt Astra Zeneka gut überstanden….! Wir haben weder den einen noch den anderen Impfstoff überstanden, weil nicht bekommen. Deswegen setzen wir uns immer noch – wie in dem gerade zwischen 2 Lockdownstunden aufgenommen Lied – mit Masken auseinander. Christliche Bayerische Politiker haben ja bereits alle einen Ehrencodex unterzeichnet. Unserer Erleichterung darüber verleihen wir mit diesem Dankeslied Ausdruck.

Trügerisches Idyll

Hans Well spricht über die schwere Trennung der „Biermösl Blosn“,

die Versuchung des Erfolgs, brüchige Familienbande und seine Zukunftspläne mit den „Wellbappn“

Hans Well Interview SZ vom 15.01.2021

Die Wellbappn als „Die 4 von der urigen Almgaudi Musi“

Endlich schönes Wetter, strahlend weißblauer Himmel – auf in die Berge – auffi auf d`Alm! Idylle pur – Kuh- und Touristenherden, Bergbäche und Blechlawinen. Der volkstümlicher Corona Superhit der Wellbappn. Ein ur-zünftiges Liadl geeignet zur Bewerbung bei Florian Silbereisen mit sonnenverbrannten Wellbappn….!

Searching for red Lederhosen

Bavaria for bloody beginners, oder: Das Museum der Bayerischen Geschichte ist eins für Japaner und Chinesen.

Eine Glosse von Paul Casimir Marcinkus

Regensburger-digital vom 29.08.2019

„Die vier Evangelisten waren folgende drei: der Petrus und der Paulus.“ Der kleine Maxl hat die vier Evangelisten natürlich nicht parat, die einzigen Heiligen, die ihm überhaupt einfallen, sind der Petrus und der Paulus, aber vielleicht lässt sich der Religionslehrer ja hinter die Fichte führen, wenn er, der Maxl, bevor er diese beiden Namen sagt, schon mal von vier auf drei reduziert – dann fällt die Schummelei, dass er, statt der gefragten vier nur zwei nennen kann, vielleicht nicht so auf. Dass die zwei auch noch die falschensind, mei, in der Religion ist doch auch sonst nicht alles ganz knusper, dawerden Jungfrauen schwanger und schwimmen Heiligenstatuen flussaufwärts…

Wie viele Wellbrüder passen zum offiziellen Bayern?

In der Welt der Religion ist das noch stimmig, dass ein Satz mit vier Personen anfängt und am Ende nur noch zwei übrig sind. Aber wenn zum Beispiel im British Museum ein Foto von Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr zu sehen wäre und darunter stünde: „The Beatles“, dann würde das niemand lustig finden. Was das jetzt mit dem Museum der Bayerischen Geschichte zu tun hat? Erstens führt sich das Museum der Bayerischen Geschichte so auf, als wäre es das British Museum. Und zweitens hat das Museum der Bayerischen Geschichte letzthin eben das fertiggebracht. Nein, nicht mit den Beatles, aber immerhin mit der Biermösl Blosn.

Da war die ersten Wochen seit Eröffnung des Museums, fast ein Vierteljahr lang, ein Foto mit zwei jungen Musikern auf der Bühne zu sehen. Beide trugen eine knallrote, superenge, verboten kurze Lederhose. Und darunter stand zu lesen: „Die Biermösl Blosn“. Wie bitte? Die Biermösl Blosn, nur zwei? Das nennt man kreative Geschichtsschreibung!

Bavaria for bloody beginners: die Biermösl Blosn bestand aus d r e i Wellbrüdern, Michael, Christoph und Hans Well. Auf dem Foto im British – pardon: Bavarian Museum waren aber nur die ersten beiden zu sehen. Am linken Bildrand war noch eine Hand an den Tasten eines Akkordeons zu erkennen. Genau, die Hand gehörte Hans Well.

Gepinselte Wahrheiten

Dass unliebsame Personen aus Fotos herausretouschiert werden, das kennt man. Aus totalitären Staaten. Stalin ließ Trotzki und Kamenew aus einem Foto herausoperieren: sie sollten nicht mehr existieren, noch bevor Stalin sie ermorden ließ. Berlusconi ließ den nackten Busen der „Wahrheit“ auf einem Gemälde von Tiepolo überpinseln; das Gemälde hing in dem Saal, in dem die Pressekonferenzen der Regierung stattfanden – ein nackter Busen im Zusammenhang mit Berlusconi, das fand der Cavaliere sehr unpassend.

Dass Trotzki und Kamenew unter Stalin auszumerzende Personen waren, das liegt auf der Hand, genauso wie Berlusconi Grund dazu hatte, sich als Saubermann darzustellen. Aber warum musste Hans Well, Jahre nach der Auflösung der Biermösl Blosn, vom offiziellen Bayern ausradiert werden?

Republik als Betriebsunfall

Wer diese Frage stellt, der kennt das Hörbuch „Rotes Bayern“ von Hans Well nicht. In diesem Monate vor Eröffnung des Museums der Bayerischen Geschichte erschienenen Hörbuch führt Gisela Schneeberger vorab schon mal durch den Museumskeller, wo die seit hundert Jahren verrammelte Abstellkammer „Revolution 1918/19“ besichtigt wird. Rumpelkammer: das entspricht genau dem, wie die Revolution 1918/19 jetzt im Museum dargestellt wird.

Die Geburt der Republik, anderswo gefeiert, gilt in Bayern hundert Jahre danach immer noch als Betriebsunfall. Kurzum: das Museum der Bayerischen Geschichte wurde durch Hans Well bereits a priori in schlechtes Licht gerückt. Grund genug, ihn aus dem Bild zu nehmen, sprich: ihn kurzerhand herauszuschneiden.

Es geht um den Knalleffekt

Das Museum der bayerischen Geschichte würde das natürlich vehement abstreiten. Und es ist sogar möglich, dass gar keine direkte böse Absicht dahinterstand. Denn auf vielfache Beschwerden hin wurde der herausretouschierte Hans Well jetzt wieder hineinretouschiert, und siehe da: Er trägt da (nämlich beim Auftritt der Biermösl Blosn beim WAAhnsinns-Festival in Burglengenfeld 1986) im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern keine superenge, knallrote kurze Lederhose.

Allein darum geht‘s dem Museum der Bayerischen Geschichte aber; ein Exemplar dieser superengen, knallroten kurzen Lederhose ist schließlich hinter Glas im Original ausgestellt. Und das Bildsuchprogramm der Museumsmacher war halt einfach auf dieses Asservat eingestellt, sodass Hans Well, der eine normale lange Hose anhatte damals in Burglengenfeld, schlicht aus dem Raster fiel.

Merke: im Museum der Bayerischen Geschichte geht’s um den Knalleffekt, ums Klischee, um die rote Krachlederne. Und nicht um solche Institutionen, wie die Biermösl Blosn eine war. Das Museum der Bayerischen Geschichte ist ein Museum für Japaner und Chinesen. Und für Bayern, die sich gern mit ihrem eigenen Klischee abspeisen lassen.