Wellbappn, das sind:

 

Jonas Well (geboren 1996) spielt Kontrabaß, Trompete, Tuba, Scherrzither, Ukulele, Bouzouki, Gitarre und Alphorn. Seine musikalische Grundausbildung begann im Alter von 5 Jahren mit Geige, mit 7 Jahren wechselte er zum Cello, mit 10 Jahren zum Kontrabaß. Schon mit sieben lernte er Trompete, sein Hauptinstrument. Er machte zu seiner und der Erleichterung aller 2015 erfolgsreich das Abitur und anschließend die Fliege zu einer Weltreise. 

Sarah Well (geboren 1991) absolvierte nach der Schule und anschließendem halbjährigen Kalkutta- Aufenthalt zunächst den beruflich höchst aussichtsreichen Studiengang „Indologie“. Nach Beendigung dieses Faches und einer sich abzeichnenden Hartz 4 - Karriere entschloss sie sich zum weiterführenden Studium „Interkulturelle Kommunikation“.  Sie bearbeitet auf der Bühne Bratsche, Akkordeon, Saxofon, Ukulele und brilliert auf dem Regenmacher. Außerdem hilft sie beim Arrangieren und singt immer schöner! 

Tabea Well (geboren 1993)  studiert an der Musikhochschule in München Volksmusik mit Schwerpunkt Geige. Auf der Bühne begleitet sie auf der Steirischen, auf Mandoline, Gitarre, Bariton und Alphorn. Sie arrangiert mit Sarah und Jonas die chaotischen Texte ihres zur Senilität neigenden Vaters. 

Hans Well (geb. 1953) wuchs schuldlos als  9. von 15 Kindern auf. Mit 24 wurde er schlagartig berüchtigt durch seine Umtextung der Bayernhymne in: Gott mit Dir Du Land der BayWa. Nach 35 erfolgreichen Jahren als Autor der Biermösl Blosn samt Gstanzltexter-Job für die Toten Hosen verdammte ihn schließlich das Schicksal zur nächsten Familienbande mit den „Wellbappn“, an deren Existenz er mitschuldig ist.  Er dilettiert auf Gitarre, Steirischer, Alphorn oder Tuba. Sein Nachwuchs wollte die CD aus ihm unerklärlichen Gründen „Betreutes Singen“ betiteln.   

Vor 40 Jahren gründete er mit Michael und Christoph Well die Biermösl Blosn, 35 Jahre lang begeisterten sie ihr Publikum, zum Teil mit Dieter Hildebrandt, Jörg Hube und Gerhard Polt auf der Bühne. Hans Well schrieb bis zum Ende 2012 nicht nur alle Texte der Biermösl Blosn, sondern zusammen mit Gerhard Polt auch gemeinsame Programme für die Kammerspielen und das Residenztheater. Hier wie dort wurden sie dafür von Publikum und Presse enthusiastisch gefeiert. Der Erfolg an großen Theatern im deutschsprachigen Raum ebenso wie in Bierzelten oder an der Münchner Oper ist sicherlich nicht zuletzt auch den scharfzüngig witzig satirischen Texten von Hans Well zu verdanken.

Publikumspreis für die Wellbappn

Photo: copyright s.kellerer
"Der Kulturpreis der Gemeinde Unterföhring hat eine Besonderheit: Der „Unterföhringer Mohr“ ist ein reiner Publikumspreis, denn die Gäste des Bürgerhauses und der Schulaula bewerten alle von Ihnen besuchten Veranstaltungen. Der Künstler oder das Ensemble mit den meisten positiven Bewertungen wird dann jeweils zum Jahresbeginn zum Sieger gekürt und zu einem erneuten Gastspiel nach Unterföhring eingeladen.
Die Wellbappn und Hans Well haben den „Unterföhringer Mohr“ 2015 zugesprochen bekommen. Wie üblich wurde der Preis 2 Jahre später am 3. Oktober 2017 überreicht. Die Wellbappn und Hans Well gratulieren sich selber dazu, dass der erste Preis, den sie in dieser Besetzung erhalten haben, ein Publikumspreis ist! "

 

Unterföhringer Mohr für die Wellbappn

AUSZEICHNUNG MIT KULTURPREIS

von Nico Bauer

Münchner Merkur vom 06.10.2017

Die Wellbappn schauen jedem auf den Mund - dafür liebt das Publikum sie. Vor allem die Unterföhringer, die der Kabarett-Kombo den Publikumspreis bescherten. 

Unterföhring  „Ob die Gemeinde Unterföhring so viel Geld hat?“ Die erste Frage der bayerischen Kabarettlegende Hans Well (64), über 35 Jahre Mitglied der legendären Biermösl Blosn mit Gerhard Polt, ging gleich ins Detail. Mit seinen Kindern Sarah (26), Tabea (24) und Jonas (21) bildet er das muntere Quartett Wellbappn, das die eigene Bappn (bayerisch für Mund) eigentlich nie hält. 2015 begeisterte die Gruppe das Publikum im Bürgerhaus Unterföhring derart, dass die Unterföhringer die Wellbappn zum Preisträger für den Unterföhringer Mohr, den Kulturpreis der Gemeinde, wählte. Der Publikumspreis wurde am Dienstagabend an die Wellbappn vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert.

„Unser Mohr macht sich nett im Regal, und Künstler können das Geld in der Regel gut brauchen“, witzelte Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer. 46 Veranstaltungen bewertete das Publikum im Jahr 2015, für die Wellbappn gab es 255 mal ein „sehr gut“. „Ihr nutzt Bayern als Euren eigenen Fundus mit einem Familienunternehmen, in dem keiner die Bappn hält“, sagte Kulturreferentin Barbara Schulte-Rief in ihrer Laudatio.

Bei Preisverteilung verdienten sich die Wellbappn mit ihrem neuen Programm und einer bunten Show gleich wieder reihenweise die Note eins mit Sternchen. Die Wellbappn haben ein hohes musikalisches Niveau sowie eine Vielfalt, sodass die pompöse Unterföhringer Bühne angesichts der vielen Musikinstrumente diesmal selbst für vier Personen zu klein wurde. Besungen wurden die kleinen Dinge des Alltags wie der als Lehrer arbeitende Kinderhasser oder die deutsche Brüderschaft am Einheitstag. Die Kombo spottete über Ministerpräsidenten Seehofer und dessen Möchtegern-Nachfolgers Markus Söder. „Der Seehofer sagt über einen Abgeordneten aus Franken, man muss Gott nicht für alles danken.“ Die Kabarettisten zogen die Eltern durch den Kakao, für die es keine Verkehrsregeln mehr gibt, wenn die Kinder zum Kindergarten gebracht werden müssen.

Zur populären Art der Wellbappn gehört auch, dass das Familienquartett nicht nur das Programm abspult, sondern auch lokale Themen einbaut. „Hier in Unterföhring kriegen die jungen Madl einen Häuserblock statt Bettwäsche und Radl“, witzelte Hans Well über den Reichtum der Gemeinde im Münchner Norden. Seitenhiebe auf den noch nicht fertigen Feststadl und die sieglosen Regionalliga-Fußballer – „Ganz Bayern freut sich auf die Punkte aus Unterföhring“ – wurden in den unterhaltsamen Abend eingebaut.

Die Wellbappn sind deshalb so erfolgreich, weil sie ihrem Publikum ganz genau auf den Mund schauen und die Themen aufnehmen, die die Orte und den Freistaat insgesamt bewegen.