Wellbappn Videoclip 2017

Verliebt in Rammingen und den erotischen Unterallgäuer Dialekt

Die „Wellbappn“ zeigen zum Saisonende im Ramminger Braustadel eindrucksvoll, warum der komödiantische und musikalische Apfel nicht weit vom Stamm fällt

Von Maria Schmid

Augsburger Allgemeine vom 09. Mai 2017

 „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ lautet eine alte Redensart. Bei den „Wellbappn“ sind es gleich drei Äpfel, die hier vom Stamm(baum) der Wells gefallen sind, genauer gesagt, von Hans Well. Seine Kinder Sarah, 26, Tabea, 24 und Jonas, mit 21 Jahren der jüngste Spross der Familie, sind bereits hervorragend in die großen Fußstapfen ihres Vaters Hans Well getreten.

Ihn kennen die Fans kabarettistischer Auftritte nicht nur von den „Wellbrüdern“, so später auch die „Biermösl Blosn“, die Berühmtheit in der Szene erlangten und 35 Jahre lang das Publikum erfreuten. Die jetzige Mischung des erfahrenen Hans Well und seinem, aus den Kinderschuhen herausgewachsenen Nachwuchs, bieten dem Publikum im Braustadel in Rammingen eine erfrischende Szenerie.

Die satirischen, oft bissigen und auch nachdenklichen Texte stammen wie seit Jahrzehnten von Hans Well. Die jungen Talente sind mit Begeisterung und hoher Konzentration dabei. Das nicht nur stimmlich, sondern auch instrumental. So spielt Sarah die Bratsche, das Akkordeon, Saxofon und die Ukulele hervorragend. Außerdem gibt sie auch gerne einmal den „Regenmacher“. Tabea studiert an der Musikhochschule in München Volksmusik mit Schwerpunkt Geige, was sie bei einem ungarischen Instrumentalstück großartig beweist.

Außerdem beherrscht sie die Steirische, die Mandoline, Gitarre, Bariton, das Alphorn und ein Xylophon, das seinesgleichen sucht. Dass sie auch am Kontrabass glänzt, beweist sie auf humorvolle Weise. Sie, eine „Schmalgeiss“, wie Ludwig Ganghofer sie sicherlich genannt hätte, wird vom großen Bruder auf einen Hocker gestellt, damit sie zu dem mächtigen Instrument die richtige Höhe erreicht. Die rechte Hand bekommt zum Schutz vor den starken Saiten einen Handschuh. Eine Gaudi für die Gäste im Stadel.

So beherrscht sie auch dieses Instrument, das ansonsten vorwiegend von Jonas gezupft und gestrichen wird. Bei ihm kommt vor allem die Trompete oder Tuba mit einwandfreien Tönen zum Einsatz. Fast zu klein ist die Bühne im Braustadel für seinen kurzen Auftritt als Plattler. Eine beliebte Tradition von Hans Well ist es, den Ort, in dem sie gerade auftreten, ein wenig aufs Korn zu nehmen. Rammingen ist für ihn „unglaublich interessant“. Er sagt: „Ich bin jetzt richtig verliebt in Rammingen!“ Und warum? „Weil alles Gute aus Rammingen kommt!“ Das Publikum hat seinen Spaß daran, vor allem weil die Nachbarorte mit einbezogen werden und die Aussagen sie zum Lachen reizt: „Der Allgäuer Dialekt ist der erotischte auf der ganzen Welt.“

Hans Well entschuldigt sich leicht, indem er schulterzuckend sagt: „Mia san halt boarisch – und da san mia dahoam!“ Doch wie ist das, für die Schwestern den richtigen Mann zu finden? Sie sind sehr wählerisch und entscheiden sich weder für einen Banker noch für einen Straßenbahnritzenreiniger – für sie muss es ein Musikant sein. Verständlich oder?

Diese sind schließlich ihrer Meinung nach die besten Liebhaber. Der „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe stand Pate für eine Autofahrt zum Kindergarten. Damals war Jonas noch klein und fragte bei der rasanten Fahrt des Vaters immer wieder: „Mein Vater, mein Vater….“ Alle Beruhigungen seitens des Erziehers fruchten nichts. Er fragt weiter. Das Fazit? Am Ende war der Führerschein weg. Es fehlen in diesen satirischen Texten weder Angela Merkel noch Horst Seehofer oder etliche andere Politiker. Die Themen der Welt werden angesprochen, ohne wenn und aber. Und doch heißt es: „Bayern tritt aus Deutschland aus!“

Es gibt viel zu lachen an diesem Abend im Braustadel, dem letzten Kabarettabend dieser Saison. Tscharlie Hemmer und seine Schwester Inge weisen auf den Neustart im Herbst hin, bei dem wieder viele Größen der Szene zu Gast sein werden. Heftiger Applaus, verbunden mit rhythmischem Klatschen, Rufen und Trampeln der Füße verführen zu weiteren Zugaben.

Das Bayernland in Familienhand

Hans Well und seine Wellbappn singen und spotten im Brückenhaus über ihre Heimat und deren Politiker

Augsburger Allgemeine vom 18. März 2017

Neu-Ulm

Hauptsach, der Bua is gsund. Als die Sparkasse 2014 erstmals Hans Well und seine Wellbappn in die Region einlud – seinerzeit nach Senden – musste Junior Jonas passen: Er litt an der Kinderkrankheit Mumps. Beim zweiten Versuch war die Familienbande nun komplett und fit noch dazu: Im praktisch ausverkauften Brückenhaus-Saal hatten der Biermösl-Blosn-Mitbegründer Hans Well und seine Kinder Sarah, Tabea und Jonas viel Kritisches über das Bayernland und seine Großkopferten von König Horst bis Kaiser Franz zu sagen und singen. Aber immer so, dass es Spaß macht.

Das satirische Familien-Volksmusik-Satire-Ensemble dürfte auf den Kleinkunstbühnen ein Unikat sein. Und es ist unschwer zu übersehen oder -hören, dass sich die Well-Gene – drei von Hans’ Brüder und Ex-Biermösl-Kollegen treten noch immer zusammen mit Gerhard Polt auf (zuletzt im Edwin-Scharff-Haus), drei Schwestern sind als Wellküren unterwegs – auf die nächste Generation vererbt haben. Die drei Sprösslinge, Jahrgang 1991, 1993 und 1996, beherrschen ihre Instrumente, gleich, ob das Tuba, Akkordeon, Trompete oder Geige sind. Und sie frotzeln genauso gern wie der Papa. Entsprechend gut spielen sie sich auf der Bühne die Bälle zu: Die zierliche Tabea würde beruflich „am liebsten was mit Tieren machen, Metzger oder so“. Vater Hans: „Das passt zu ihrem Charakter, aber leider nicht zu ihrer Figur.“ Aber auch er selbst muss einstecken: So witzelt etwa Jonas am Ende, dass des Vaters Gicht im Laufe des Abends viel besser geworden sei: „Das Wunder von Neu-Ulm!“

Meistens geht es aber ziemlich (landes)politisch zu bei dieser Stubnmusi. Da macht Hans Well mit seiner Kinderschar da weiter, wo er mit der Brüder-Blosn aufgehört hat: Der Kampf gegen CSU und bajuwarischen Filz, der den Biermösln einst sogar einen Sendeboykott seitens des BR eingebracht hatte, ist noch nicht vorbei. Da wird Andreas Scheuer zum „Mastino aus Passau“ und bei Horst Seehofers Versprechen gilt: „Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht.“ Dafür bekommt Angela Merkel erstaunlich viel Liebe. Das wäre Hans früher wohl nicht passiert. Am besten und lustigsten sind die Wellbappn aber dann, wenn sie die Lebensart der (bayerischen) Provinz karikieren: Wenn das Feuerwehrjubiläum von der Pfingstflut weggespült wird oder wenn im Duell der Fußball-F-Schüler von Hausen und Ried am Ende nur noch der Schiedsrichter unverletzt ist. Aber auch die Schwaben bekommen einiges ab, vor allem im Anfangslied, das in Biermösl-Manier zum Derblecken des Gastgeberorts genutzt wird: Da wird Neu-Ulm zum „Nuxit-Erwartungsland“, wo „sich trennt, was nicht mehr zusammengehört“, und auch der Geiz der SPD-Fraktionschefin wird aufgespießt. Und die Sparkasse? Die bleibt fast verschont. Nur die zwei Töchter singen über ihre potenziellen Bräutigame: „Nana, an Banker mog i net.“ Trotzdem: Die vier dürfen wiederkommen. Die Well-Fans in Neu-Ulm würde es freuen. Denn sie wissen: „Der schwäbische Dialekt ist der erotischste auf der ganzen Welt.“ (mgo)


Nah dran an der bayerischen Gefühlswelt-Die Wellbappn und ihr umjubelter Auftritt

Politisch aktuell, nah dran am Konzertort und an der allgemeinen bayerischen Gefühlslage, mit einem Großaufgebot an Instrumenten: Das ist das Erfolgsrezept, mit dem die Wellbappn Waakirchen begeisterten.

Ungezügelt, intelligent, musikalisch auf höchstem Niveau: So begeisterte die Familie Well als Wellbappn das Publikum auf der Waakirchner Kleinkunstbühne.

von Alexandra Korimorth

Foto: Thomas Plettenberg

Miesbacher Merkur vom 11.03.2017

Waakirchen – Traditionell starteten die Wells – Papa Hans, Sohn Jonas, Tochter Sarah und Freund Sebastian, stellvertretend für Tabea, die ihr Geigenstudium gerade um ein Auslandssemester in Indien ergänzt, – mit einem Beschuss ihres Konzertortes. In Waakirchen, dem „Blinddarm des Tegernseer Tals“, nahmen sie den Wegfall des Biergartens und der Bühne beim Knabl zugunsten des Wohnungsbaus, die Schließung der vhs, die nackerte Venus und die geplante Umgehungsstraße aufs Korn.

Zugleich lobten die Musiker aber die Häuser, die Waakirchen so schnell für die Asylbewerber gebaut hat. Und damit waren sie schon mittendrin in den großen politischen Themen, die Bayern bewegen und gegen die es sich mit Harmonie (Gesangsverein), Eintracht (Fußballclub), „Bärwurz on the rocks“ (Burschenverein) und „Pina Colada“ (Katholischer Frauenbund) wappnet. Frei nach dem Motto: „Mit Ministranten aus dem Senegal, sind wir liberal.“

Mit einem Blick in die angewandte Gemeinderatsdemokratie zeigten die Wellbappn auf, wie Dorfentwicklung aussehen kann: Wenn der Dorfladen scheitert und durch einen Aldi weit draußen ersetzt wird, denkt man über die Belebung des Dorfes durch die Erweiterung des Friedhofs nach, unterstützt durch einen chinesischen Investor, der das neue Krematorium finanziert. Das sitzt. Das Publikum lacht und applaudiert und hat seinen Spaß, wenn es um das traditionelle Dorfleben geht.

„Die Welt ist in Aufruhr. Es herrscht eine Bedrohung durch die islamische Welt“, verkündet Sarah und visioniert vom Austritt Bayerns – inklusive antimuslimischer Mauer, Mautgebühr und Freibier, Gebirgsschützen in der Nato und Hoeneß als Präsident des bayerischen Steuerzahlerbundes. Mit Angelas kirchlich anmutendem Klagelied schießt das Quartett aus der Merkel-Perspektive gegen deren Widersacher: den Minister des Versagens (Seehofer), die oberbayerische Filzlaus (Dobrindt), die Wurst aus Würselen (Schulz).

Nicht nur thematisch ließen die Wellbappn nichts aus, auch musikalisch loteten sie alle Möglichkeiten der bayerischen Volksmusik aus: von Viergesang über Jodler und Landler bis hin zu rasant schnellen Stückln mit instrumentalen Soloeinlagen. Mit dem Waakirchner Gefangenenchor besang man nach dem Schlager „Aloha Heja“ die Klimaerwärmung und die Folgen für Bayern. Da wachsen im Bayerischen Wald die Palmen und das Allgäu wird zur Malaria-Zone.

Aber die Wells träumen noch von Gerechtigkeit, zum Beispiel davon, dass Trump in einem mexikanischen Slum wiedergeboren wird und es dann nicht über die von ihm selbst errichtete Mauer ins gelobte Land schafft. Mit kleinen, innerfamiliären Neckereien, Seitenhieben auf die Generation „Whats App“, den VW-Abgas-Skandal, den Brexit und – getarnt als predigthafte Lesung aus dem „Buche Bayerns“ – auf die Banca Bavaria, Ilse, die Hoffnungslose, Sigi, den Gwamperten, und Nahles, die Gschlamperte, ging schließlich ein umjubelter Abend zu Ende.

Stürmischen Applaus gab’s für diese intelligent-freche und aktuelle Themen-Mischung, die schon zu Zeiten der Biermösl Blosn zündete und für deren Texte Hans Well, neunter Spross der Musikerfamilie, verantwortlich zeichnet. Gut, dass Hans Well und seine Kinder auch weiter in bester Well’scher Tradition einfach ihre Bappn nicht halten können und so das politische Musik-Kabarett in die nächste Generation führen.


Gastspiel in „Hessisch Andalusien“

Mit frenetischem Jubel bedachte das Publikum in der voll besetzten Hinterbühne den Auftritt Hans Wells und des Ensembles "Wellbappn". Diese Reaktion erführen die Musiker besonders für das Angebot der bayerischen Gruppe, notfalls beim Hessentag einzuspringen - sollte es noch weitere Absagen geben. Foto: Volker Dziemballa

von Manuel Wenda

Mainspitze vom 06.02.2017

RÜSSELSHEIM - „Vielen Dank, und viel Erfolg für den Hessentag – wenn noch jemand absagen sollte, kommen wir“ – Mit frenetischem Jubel reagierte das Publikum in der voll besetzten Hinterbühne auf dieses Angebot Hans Wells, der dort mit seinem jungen Ensemble Wellbappn das neue Programm „Schneller“ präsentierte. 

Beginn bei der Gruppe Biermösl Blosn

Jahrzehntelang war Well mit zweien seiner Brüder beim Ensemble Biermösl Blosn aufgetreten. Legendär ist diese Gruppe, die in der bayrischen Volksmusiktradition vollkommen zu Hause war, und auf dieser Grundlage gegen die einflussreiche CSU und andere Autoritäten anmusizierte. Sie teilte sich die Bühne mit Dieter Hildebrandt und Gerhard Polt, Hans Wells Texte wurden von seinen Brüdern begleitet und vertont.

Dann vor einigen Jahren der Neustart: Die Biermösl Blosn meinten, sich nicht mehr weiterentwickeln zu können, Well gründete mit seinen Kindern die Wellbappn. Wie der stolze Papa betont, sind Tabea, Sarah und Jonas avanciertere Instrumentalisten als er selbst, gemeinsam verschafften sie den Besuchern ihres Rüsselsheimer Gastspiels zweieinhalb sprühende, charmante wie kurzweilige Stunden. Auf die Stadt am Main waren die Vier bestens vorbereitet. Ein Gstanzl, wie man diese bajuwarische Form des Spottgesangs nennt, stellte Oberbayern und „Hessisch Andalusien“, Wells Bezeichnung für Rüsselsheim, einander gegenüber: Mit Erstaunen wurde die Absage des Auftritts eines gewissen Rappers im Rahmen des Hessentages aufgenommen: die salafistische Szene hätte doch gar nichts gegen dessen Kommen einzuwenden gehabt. Doch auch im Bayernland gibt es Malaisen, sie stehen freilich im Zentrum der Aufmerksamkeit der Wellbappn. Die Herzen der Musiker schlagen wohl eher links, ihre Stücke sind indes frei von ideologischer Aggression, ihr Spott wird von Hintersinn und Herzenswärme getragen.

Umwerfend war das Spiel auf Geige, Bratsche, Tuba und Akkordeon gepaart mit Hans Wells Gitarrenspiel. Einige zusätzliche Instrumentalstücke hätten dem Abend nicht geschadet.

Heimatverbundenheit und anarchistische Gesinnung

2011 erschien „Mittelreich“, ein Roman des Schauspielers Josef Bierbichler. In ihm gehen Heimatverbundenheit und anarchistische Gesinnung miteinander einher. Einen ganz ähnlichen Esprit, versetzt mit Einflüssen Karl Valentins und Oskar Maria Grafs, verströmten die Wellbappn in Rüsselsheim. Mangelnder Hochwasserschutz wurde komödiantisch besungen, Politisches fiel nicht unter den Tisch: Die Herren Seehofer, Dobrindt, Söder und Scheuer sind nach wie vor Ziele des Spotts Hans Wells. Dennoch: Die urwüchsige und vielgestaltige Volkskunst gewann erfreulicherweise die Oberhand, die Wellbappn würzen ihre Vorträge mit frischer, unverbrauchter Souveränität. Von diesem Ensemble ist noch viel zu erwarten. A-cappella-Einlagen gerieten ausdrucksstark. Schön war es dazu, einem so erlesenen Oberbayrisch zu lauschen, wie man es in hiesigen Gefilden recht selten zu hören bekommt.

Stehende Ovationen für die Wellbappn. Nach zwei Zugaben entschuldigte sich Hans Well: Er sei mit den Instrumenten aus Bayern heraufgefahren – „am Freitag“. So entließen die Hörer die Musiker und brachen ebenfalls auf.


Die Wellbappn singen schön böse Lieder

von Konstanze Crüwell
FAZ von 25 Januar 2017

Aus „familiären“ Gründen ist der CDU-Politiker Ronald Pofalla als Chef des Kanzleramts zurückgetreten, um nun doch auf eine neue, gut bezahlte Aufgabe zu gieren: „Für zwei bis drei Millionen im Jahr – Poveralli, Poveralla! / Jetzt hat die Bahn im Vorstandsladen – einen Oberleitungsschaden“, prangern die Wellbappn auf der Frankfurter Kabarettbühne Die Käs solche Karrieresprünge früherer Spitzenpolitiker an, die etwa auch Pofallas Fraktionskollege Eckart von Klaeden, Ex-Minister Dirk Niebel und noch einige mehr vollführten.

Wellbappn ist der Name eines jungen bayerischen Familienquartetts, das Hans Well, langjähriger Autor und Musiker der Biermösl Blosn nach deren Ende mit seinen Kindern gegründet hat: Tabea, die 1991 geborene Tochter, studiert Geige und Volksmusik an der Musikhochschule in München; ihre zwei Jahre jüngere Schwester Sarah, Studentin im Fach Interkulturelle Kommunikation, bearbeitet bei ihren Auftritten Bratsche, Saxophon, Ukulele und Akkordeon durchaus professionell „und singt immer schöner“, wie es im Wellbappn-Flyer ganz richtig steht und es auch in der Käse zu hören war. Zu den Schwestern gesellt sich außerdem der 1996 geborene Jonas, Student der Politikwissenschaften, aber auch Musikus durch und durch, der im Alter von fünf Jahren mit dem Geigespiel seine musikalische Grundausbildung begann, der Cello und Kontrabass folgten. Sein Hauptinstrument, das er besonders gut beherrscht, ist allerdings die Trompete.

Das gute Einverständnis zwischen den Generationen bewies er, als er seinen Vater einmal mit freundlicher Ironie als „Nachwuchstalent des Rentner- und Invalidenvereins Hausens“ bezeichnete. Hans Well nahm es mit Fassung. Und einer der Höhepunkte des so unterhaltenden Wellbappn-Abends war die „Kindergartenrallye“, das von Jonas verfremdete Erlkönig-Lied: „Wer rast so früh durch Regen und Wind? / Es ist der Vater mit seinem Kind / Der Sohn sitzt hinten im Kindersitze / Der Vater fährt 180 Spitze“. So geht es weitere acht Strophen lang. Punkt acht Uhr musste das Kind im Kindergarten sein. „Sohn geht in den Kindergarten rein / Papa nach Hause ohne Führerschein.

Die Wellbappn haben sich mittlerweile als erfolgreiche und ernstzunehmende Nachfolger der Biermösl Blosn, jener legendären Kabarett-und-Musik-Band, etabliert. Denn mit ihrer oft schonungslosen Kritik an politischen Missständen und ihrer wahrhaft zu Herzen gehenden Volksmusik setzen Hans Well und seine musizierenden Kinder die Traditionen der Aufklärung und der Kultur ihrer Heimat so überzeugend fort, dass die Wellbappn als Vertreter wahren Bayerntums eigentlich von Horst Seehofer gewürdigt werden müssten. Vermutlich bietet er ihnen dann sogar das Du an.